Unsere letzten Tage in Sri Lanka

Die Zeit hier neigt sich dem Ende zu und wir machen uns mit dem Zug auf, zu unserem letzten Stopp: nach Kandy. Allein die Fahrt dorthin war ein Erlebnis, sechs Stunden lang bummeln wir entlang der Berghänge durchs Hochland und genießen den Blick über die Teeplantagen hinunter in die Täler.

Das Ticket für diese Strecke muss man normalerweise ein Monat im Vorhinein buchen und selbst dann braucht man auch noch Glück, einen Sitzplatz zu bekommen. Wir haben unseres 20 Minuten vor Abfahrt gekauft, der Zug war beinahe leer. Man sieht, dass im Moment kaum Touristen unterwegs sind, was für uns natürlich auch manchmal Vorteile mit sich bringt.

Kandy ist eine größere Stadt und wir haben uns nicht ganz so wohl und sicher gefühlt, wie an anderen Orten des Landes. Deshalb haben wir kaum was unternommen, außerdem musste auch einiges für unsere Weiterreise organisiert werden 🙂 Ja, es wird spannend!!!

Die Stimmung im Land hat sich in den letzten Tagen nochmal verändert. Der Optimismus und der Zusammenhalt scheinen geschwächt. Muslims stehen unter Generalverdacht, hunderte islamische Geistliche werden des Landes verwiesen. Falschmeldungen und Hetzkampagnen in sozialen Medien führen zu Auseinandersetzen zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Religionen und gewaltsamen Übergriffen, die auch ein Menschenleben fordern. Soziale Medien werden wieder blockiert, eine landesweite Ausgangssperre wird verhängt. Die Locals scheinen ein enormes Mitteilungsbedürfnis zu haben und teilen ihre Ängste und Gedanken mit uns. Noch bevor unabhängige lokale Medien davon berichten hören wir von Singhalesen, dass wohl politische Kräfte die Situation ausnutzen und die Unruhen schüren. Es ist schrecklich und beängstigend, was hier passiert und wir hoffen von ganzem Herzen, dass es die wunderbaren Bewohner dieses einzigartigen Landes schaffen, gemeinsam diese schwere Zeit zu überstehen.

Wie ein lokaler Nachrichtensender schreibt:

„We all belong to one nation, and one people, one family, let’s remain united and not be used by unscrupulous politicians or nations.

We are the hope we are looking for. We have only ourselves to depend on. We have only one nation, Sri Lanka to call our own.“

Wir haben Sri Lanka inzwischen verlassen und sind schon unterwegs zu unserem nächsten Ziel, wo wir am 21.05.2019 ankommen werden. Wir sind total aufgeregt und freuen uns unglaublich! Na, was glaubt ihr, wo’s hingehen wird?

 

11.05.2019 – 17.05.2019

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