Delhi – der ganz normale Wahnsinn

In Delhi ging’s in den Indien-Endspurt, wir haben nochmal Vollgas gegeben und viele großartige Sehenswürdigkeiten besucht. Vorab waren wir ein wenig skeptisch und haben uns eigentlich nicht besonders auf den konzentrierten Indien-Wahnsinn gefreut, wurden dann aber positiv überrascht! Entweder war es nicht so extrem, oder aber, was viel wahrscheinlicher ist, haben wir uns einfach schon an den Wahnsinn gewöhnt 😉

Indiens Hauptstadt ist laut, wuselig, aufdringlich, abwechslungsreich, voller Ochsenkarren, bunt, interessant und vieles, vieles mehr … wir haben die letzten Tage genossen und nochmal alles auf uns wirken lassen. Bei Temperaturen unter 30 Grad – und der, dank der massiven Smogwolke, fehlenden direkten Sonneneinstrahlung, ist Delhi für uns weniger anstrengend zu erkunden, als andere Städte im zuvor.

Um nicht schon vollkommen erschöpft anzukommen sind wir ganz elitär in der zweiten Zugklasse angereist. Wir haben im Zug über eine App zweimal Essen bestellt (liebe OEBB, da kannst du dir mal was abschauen!) und uns (bis auf das Bier) nichts fehlen lassen. Die 11h haben wir außerdem dafür genutzt, uns genau zu überlegen, was wir uns die nächsten Tage alles ansehen möchten. Es gibt sooo viele Möglichkeiten, und eine Auswahl zu treffen war eine richtige Herausforderung 😉

Unser Hostel liegt direkt am „Main Bazar“ im Viertel Paharganj. Das ist eine besonders wuselige Gegend, aber es gibt auch touristische Infrastruktur, lecker Streetfood, Souvenirläden und nette Restaurants.

Am ersten Tag haben wir direkt in aller Früh losgelegt und uns die Jama Moschee, den angrenzenden Chor Bazar sowie den Shri Digambar Jain Temple angesehen. Nach einer kleinen Stärkung, einem Aloo Paratha (eine Art gefülltes Omelett, eines unserer indischen Liebslingsfrühstücke) ging es weiter zu DER Attraktion Delhis (so sagen es zumindest die Reiseführer): dem Red Fort. Ja, war schön, war von außen auch rot, innen war es eine weitläufige und ein wenig unaufgeräumte Gartenanlage mit ein paar ganz netten Gebäuden. Audioguide und Museen waren eher schlecht. Unserer Meinung nach ist das Fort überbewertet und vor allem auch überteuert!

Also ziehen wir weiter, erkunden die Marktstraße Chandi Chowk, die leider im Moment eine einzige Baustelle ist, shoppen ein wenig und enden schließlich am Gewürzmarkt. Wir sind ja inzwischen einiges gewöhnt, aber hier blieb uns echt die Luft weg! Hustend und niesend (wie auch einige Inder unterwegs sind!) verziehen wir uns zurück in unsere Unterkunft, um uns ein wenig aufzuhübschen. Schließlich gibt’s was zu feiern! 300 Tage reisen wir jetzt schon rundumadum und wir sind überglücklich! Zu diesem Anlass haben wir gut gegessen und ein paar Kingfisher aus Teetassen getrunken – the Indian way …

Auch die folgenden Tage haben wir mit Touristenprogramm vollgepackt und uns das Humayun-Mausoleum (Wow! Absolute Empfehlung, so unglaublich schöne Anlage!), die Lodi Gärten, das Sri Bangla Sahib Gurdwara, ein Sikh Gotteshaus und den Akshardam Tempel angesehen. Letzterer war nochmal ein absolutes Highlight, sicher auch deshalb, weil es sehr außergewöhnlich war. Die Tempelanlage ist neu und wurde erst 2005 eröffnet, ist aber im alten Stil erbaut. Wir waren begeistert. Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm und so durften wir nicht mal unsere Kamera mit aufs Gelände nehmen. Wir haben uns also von der Website ein paar Bilder geklaut, damit ihr euch ein bisschen war darunter vorstellen könnt.

Die Zeit in Delhi ging rasend schnell vorbei. Ein wenig sentimental, wie immer, wenn man ein Land verlässt, aber vor allem voller Vorfreude ging es weiter nach Sri Lanka!

Ja, wir sind inzwischen in Sri Lanka, am Karfreitag sind wir gelandet und hatten wirklich einen tollen Start, einen schönen Abend und erholsame Nacht in Negombo. Zum Glück sind wir am Samstag gleich in den Süden weitergefahren. Von den schrecklichen Nachrichten haben wir erst erfahren, als Sonntagfrüh die ersten Nachfragen kamen, ob es uns gut geht. Es geht uns gut und wir fühlen uns relativ sicher. Die allgemeine Stimmung hier ist gedrückt, aber doch optimistisch. Wir halten uns hauptsächlich in unserer Unterkunft auf, am Abend wurde sowieso eine Ausgehsperre verhängt. Neue Medien funktionieren nur sporadisch, da diese von der Regierung gesperrt wurden, wir sind per E-Mail zu erreichen. Vorerst haben wir nicht vor, das Land zu verlassen, wir möchten gerne bleiben. Wir sind wirklich betroffen und hoffen von ganzem Herzen, dass sich das Land von dem schweren Schlag erholen kann. Es ist so schrecklich und unglaublich sinnlos was da passiert ist.

15.04.2019 – 19.04.2019

 

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