Unsere „Sri Lankan Big 5“

Tissamarahama, oder „Tissa“, liegt direkt am Rande des Yala Nationalparks in einer atemberaubenden Landschaft mit wunderschönen Seen, den grünsten Reisfeldern und unzähligen Vögeln in allen Größen und Farben, und ist außerdem der perfekte Ausgangspunkt für Jeep-Safaris.

Wir haben uns mitten im Grünen in einem gemütlichen Guesthouse mit Halbpension (von der man eine ganze Fußballmannschaft ernähren hätte können) einquartiert, wo wir die einzigen Gäste waren und somit die ruhige Gegend in vollen Zügen genießen konnten.

Zur Safari werden wir quasi mitten in der Nacht abgeholt, um als einer der ersten Jeeps in den Nationalpark zu starten. Während wir darauf warteten, dass sich die Tore öffnen, sahen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang. Wir haben uns entschieden eine Ganztagestour zu machen, deshalb trennten wir uns bereits nach wenigen Metern von den anderen Autos (die meisten Touristen machen eine Halbtagessafari, die nur entlang der Hauptwege führt) und sind in einen abgelegeneren Abschnitt des Parks gefahren. Nach wenigen Metern sichteten wir bereits das erste „Jungle-Chicken“ und den ersten „Jungel-Rabbit“. Was für ein Erlebnis 😉 Ein ganz normales Haushuhn und ein Haushase rennen durch den Dschungel. Als wir aber nur wenige Minuten am ersten Wasserloch einige Krokodile aus nächster Nähe beobachten konnten, verging uns das Lachen 🙂 Die Sichtungen überschlugen sich, überall bunte Vögel, herdenweise „Spotted Deer“ (Axishirsch/Chital), Wildschweine, Krokodile und dann plötzlich, direkt neben unserem Jeep, ein riesiger Elefant. Wir waren noch keine Stunde unterwegs und hatten vom Jungle-Chicken bis hin zum Elefanten schon alles gesehen – dachten wir. Wir können es selbst kaum fassen wieviel Glück wir an diesem Tag hatten und was noch alles kam. Im Laufe des Tages haben wir außerdem eine Elefantenfamilie mit Jungtier, unterschiedlichste Reptilien, Amphibien, Affen, einen Sambar (Pferdehirsch), wilde Wasserbüffel mit imposanten Hörnern, Mungos und – tatsächlich – gleich mehrere Leoparden gesehen. Eine gefühlte Ewigkeit sind wir in der Mittagshitze mit unserem Jeep mehrere hundert Meter von einem Baum entfernt gestanden und haben mit dem Fernglas (mit freiem Auge keine Chance!) zwei schlafende Leoparden in einem Baum beobachtet. Nach einiger Zeit haben auch unsere Guides ein Nickerchen gemacht und wir haben zu fünft darauf gewartet und gehofft, dass die Kätzchen endlich mal durstig werden und sich auf zum Wasserloch machen. Aber nichts. Die Aufruhr war immer groß, wenn ein Leopard den Kopf von einer Seite auf die andere gelegt hat, aber mehr geschah nicht. Wir waren trotzdem unglaublich happy, diese Tiere in Freiheit beobachten zu können, aber haben unseren Guides irgendwann mitgeteilt, dass wir das Projekt „Leopard aus der Nähe sehen“ aufgeben wollen. Also fuhren wir weiter und einige Zeit später, ganz plötzlich, tauchte direkt neben unserem Jeep ein wunderschöner Leopard auf. In aller Seelenruhe spazierte er eine ziemlich lange Zeit neben uns her. WOW! Wenn sogar mal der Fahrer das Lenken vergisst, weil er unbedingt ein Foto will, weiß man, dass das jetzt etwas Besonderes ist. Was für ein Erlebnis, was für ein Tag! Überglücklich sind wir am Abend todmüde in unser Bett gefallen.

Unsere Sri Lankan Top 5: Vorne weg, ganz klar, das „Jungle-Chicken“, es folgen der Elefant, der Leopard, der Wasserbüffel und das Krokodil.

Am nächsten Tag konnten wir mitten in der Stadt ein weiteres unglaubliches Naturschauspiel beobachten. Jeden Abend wechseln die Bäume am Ufer des Tissa Sees ihre Farbe von schwarz nach weiß, nämlich wenn die tausenden Flughunde ihr Tagesschlafstätten in den Baumkronen verlassen und in die Nacht fliegen, um sämtliche Mangobäume der Umgebung zu plündern und weiße Vögel sich in den Bäumen für ihre Nachtruhe niederlassen. Das war definitiv ein beeindruckendes Erlebnis für Augen und Ohren!

 

 

Tissamaharama ist unserer Meinung ziemlich unterbewertet und weit mehr als nur ein guter Ausgangspunkt für Safaris. Wir sind sehr beeindruckt, was Sri Lanka alles zu bieten hat!

Die Situation beruhigt sich nach den Vorfällen am Ostersonntag weiter. Die Blockade der sozialen Medien wurde inzwischen aufgelöst. Die Locals sprechen von dem „Incident“ und fürchten, so haben wir das Gefühl, dass die Touristen wegbleiben. Es werden weiterhin Hausdurchsuchungen und Verhaftungen durchgeführt. Wir reisen weiter ins Landesinnere, da es uns im Osten zu unsicher ist. Im relativ touristischen Ort Ella werden wir uns eine Unterkunft außerhalb des Zentrums nehmen und die Lage vor Ort abschätzen.

Wir wünschen allen Müttern einen wunderschönen Muttertag! Vor allem natürlich unseren und den ganz frisch gebackenen 😉

 

30.04.2019 – 03.05.2019

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