Durchatmen in Bundi

Das wunderschöne Bundi ist (noch) ein untouristischer Geheimtipp im Norden Indiens und von Tag zu Tag fragen wir uns mehr, weshalb das wohl so ist, denn für uns ist das kleine Städtchen perfekt!

Hier gibt es einfach alles, interessante und abwechslungsreiche Sehenswürdigkeiten, nette Gassen und Märkte, einladende Restaurants und Rooftopbars und vor allem RUHE! Klar, es ist immer noch Indien, und es gibt natürlich auch hier Mopedfahrer, denen es extrem wichtig ist, dass die ganze Stadt weiß, dass sie gerade unterwegs sind und deshalb ein Hupkonzert veranstalten, aber man kann sich in den kleinen Gassen bewegen, ohne ständig 100% der Aufmerksamkeit auf die Straße lenken zu müssen. Außerdem sind die Menschen in Bundi unglaublich freundlich und weniger aufdringlich, als anderswo.

Wir sind im Guesthouse „Bundi House“ untergekommen und haben unseren Aufenthalt gleich zwei Mal verlängert, es war einfach zu schön. Auf der Dachterrasse unserer Unterkunft haben wir die Mittagshitze übertaucht und die Affen beobachtet. Die Affen … Eva kann ja gar nicht genug von ihnen bekommen. Man sieht und hört sie immer und überall, am Land, in den Städten und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Besonders verbreitet sind die Rhesusaffen und die Indischen Languren, die von den Indern „Redface“ und „Blackface“ genannt werden. In Bundi gibt es besonders viele, und im Zentrum der Stadt sieht man, dass alle Dachterrassen, Balkone und Fenster vergittert sind 🙂 Gefährlich sind sie in der Regel nicht, allerdings verwüsten sie alles, was ihnen in die Finger kommt.

Natürlich haben wir uns die Sehenswürdigkeiten der Umgebung angesehen, aber wir möchten jetzt hier mal über die aktuelle Wettersituation berichten. 40°C bei 10% Luftfeuchtigkeit. Da macht man genau gar nichts mehr, außer überleben. Also zumindest wir nicht 😉 Das Haus verlassen wir also, wenn möglich, nur in der Früh und am Abend.

Bundi ist bekannt für seine zahlreichen Stepwells, die traditionellen Treppenbrunnen, von denen wir uns einige angesehen haben. Wir finden diese Brunnen wunderschön und sie sind auch alle sehr unterschiedlich … was sie allerdings gemeinsam haben ist der Müll, der sich in ihnen sammelt. Wirklich schade. Schön war auch unser Ausflug zum Jait Sagar See, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Dort besichtigen wir das Sukh Mahal, oder „Kipling House“, das so genannt wird, weil Rudyard Kipling dort wohl einige Zeit verbracht hat und angeblich einen Teil von „Das Dschungelbuch“ geschrieben hat (wie auch im City Palace, dem Fort und jedem anderen Gebäude in Bundi, das was auf sich hält 😉 ).

Palast und Fort sind definitiv DIE Attraktionen im kleinen Ort, also scharren wir um 08:00 Uhr mit den Füßen vor dem Haupttor der Anlage, um bei möglichst humanen Temperaturen zuerst zum Fort, das am Berg oberhalb der Stadt und des Palastes thront, aufzusteigen. Da hier kaum Menschen aber viele Affen unterwegs sind, haben wir uns mit Stock und Wachhund ausgestattet (wo Roman die immer findet…) und machen uns schließlich auf den Weg. Komplett allein (+Hund) erkunden wir am Gipfel das märchenhafte Schloss, das von der Natur überwuchert wird. Ob hier irgendwo das indische Dornröschen schläft?

Um 11:00 Uhr ist es bereits unerträglich heiß und wir machen uns auf den Rückweg zum Palast, um die einmalige Architektur und die berühmten Miniaturmalereien zu bestaunen. Der Ausflug war das Schwitzen wert, aber jetzt schnell unter die kalte Dusche und den Ventilator.

Nach einer wunderschönen Woche ging’s etwas wehmütig mit dem Zug weiter nach Chittaurgarh, um uns dort Indiens größtes Fort anzusehen.

22.03.2019 – 30.03.2019

 

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