Sündenpfuhl Pattaya?!

Das sündige Pattaya ist wohl weltweit bekannt. Beinahe jeder hat ein Bild im Kopf und eine Meinung dazu: Rotlicht, junge schöne Thais, weiße alte Männer, dunkle Gassen, Tabledanceclubs, Ping-Pong-Shows, Sex und verschlossene Türen, hinter die man niemals blicken möchte. „Don’t go there!“, hören wir oft von Reisenden, die den Ort selbst noch nie besucht haben. Wir möchten uns wie immer gern ein eigenes Bild machen und legen einen kurzen Zwischenstopp ein.

In nur 6 Thai-Reisestunden (was 10h in unserer Zeitrechnung entspricht) gings mit Bus und Fähre von der Insel zurück ans Festland in die Küstenstadt Pattaya. Wir fragen uns, ob sich unsere sonnenverbrannten und jetzt auch noch busgeschundenen Knie jemals wieder erholen werden. Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich im Kindergarten auf einen Stuhl in der Puppenecke setzt? SO fühlen wir uns in thailändischen Bussen.

Trotz allem sind wir so gespannt, dass wir uns, direkt nach der Busfahrt, ins Zentrum aufmachen. Ja gut, Hunger und Durst haben wir auch. Schon außerhalb der bekannten „Walking Street“ zeichnet sich ein eindeutiges Bild ab: Amerikanisch anmutende Bars, viele weiße (zum Teil sehr) alte Männer, umgeben von vielen thailändischen Frauen. Und kleine Bars mit abgedunkelten Scheiben, vor denen dutzende Mädchen im selben Kleid auf Besucher warten. Hier muss es einige Hinterzimmer geben. In der Hauptstraße selbst reiht sich ein riesiger Club an den anderen. Hunderte Mädchen, ein paar wenige Männer. Auch hier ist sehr wenig los, wobei wir im Gegensatz zu anderen Gegenden Thailands nicht den Eindruck hatten, dass hier viel schließen musste. Sex sells.

Tatsächlich finden wir keinen einzigen Ort, der zum verweilen einlädt und so landen wir schließlich – immer noch durstig – ein wenig enttäuscht aber doch nicht besonders überrascht im Bett.

Zwischenfazit: „Don’t go there!“

Zum Glück hat die Umgebung einiges zu bieten. Gleich in der Früh machen wir uns auf zum „Sanctuary of Truth“ – einem Museum bzw. Denkmal, das im Stil eines Temples errichtet wurde/wird, und komplett aus Holz besteht. Baubeginn war 1981 und die Arbeiten am 105m hohen und 100m langen Gebäude sind immer noch im Gange. Wir sind sprachlos. Die Größe des Denkmals im Kontrast zu den filigranen Schnitzarbeiten, die mythologische Figuren aus verschiedener Religionen und Kulturen zeigen, ist beeindruckend.

Im Anschluss ging’s, nach einem kurzen Abstecher ins „Mini Siam“ (eine Art Minimundus), an Pattayas Nachbarstrand „Jomtien“. Das ist schon eher unser Stil. Am Strand findet man unzählige Sonnenschirme und Plastikstühle, an denen die Thais ihren Feierabend genießen während die Fischerboote auf ihren frühmorgentlichen Einsatz warten. Auch hier gibt es die ein- oder andere Bar mit starkem Frauenüberschuss, aber nichts im Vergleich zur „Walking Street“. Wir trinken mit den freundlichen Mädels ein paar Bierchen und sind dann doch froh, dass es am nächsten Tag endlich weiter geht in den Norden, den untouristischen „Isan“.

Fazit: Wenn schon, dann besser am Nachbarstrand niederlassen, in der Umgebung gibt es ein paar tolle Sehenswürdigkeiten, die wohl nicht viele Touristen zu Gesicht bekommen.

05.08.2022 – 07.08.2022

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