Arequipa – The White City

Wir kennen das ja schon aus Indien, dass den Städten (manchmal aus unerklärlichen Gründen), gewisse Farben zugesprochen werden. Im Falle von Arequipa gibt es sogar gleich zwei Gründe dafür – einen architektonischen, und einen etwas bedenklichen … naja, dazu später.

Wir beginnen am Anfang: die Anreise. Mit Peru Hop werden unerträglich lange Busfahrten durch nette und interessante Zwischenstopps erträglicher gemacht. Also genießen wir unsere erste Pause beim Traditionswinzer „El Catador“, wo wir bei der Verkostung von Pisco und süßem peruanischen Wein ein bisschen betrunken gemacht werden. So vergeht die stundenlange Fahrt durch wunderschöne Landschaften wie im Flug, bis wir am späten Nachmittag schließlich an den weltbekannten Nazca Lines ankommen. Zwei der (von Aliens erschaffenen?!?!) Figuren können von einem Aussichtsturm direkt am Highway besichtigt werden. Nach einem kurzen Abendessenstopp versuchen wir irgendwie die Nacht im Bus hinter uns zu bringen. In aller Früh kommen wir ENDLICH in Arequipa an und sind gleich total begeistert (aber vermutlich hätte uns fast alles, das nicht das Innere eines Busses ist, begeistert).

Die Stadt ist tatsächlich weiß! Die meisten Gebäude im historischen Zentrum wurden aus dem vulkanischen Sillar-Gestein errichtet, welches auch heute noch nicht unweit der Stadt abgebaut wird. Die Steine lassen die Häuser und zahlreichen Kirchen zu unterschiedlichen Tageszeiten, je nach Sonneneinstrahlung, in wunderschönen Farben leuchten. Wir genießen es, von den Rooftops aus, das Zentrum zu bewundern. Im Hintergrund ragen die Vulkane Misti und Chachani imposant in die Höhe.

Bei der Free Walking Tour erfahren wir schließlich, dass der Ursprung des Beinamens „White City“ wohl ursprünglich aus den Kolonialzeiten stammt. Schon damals war Arequipa eine bedeutende Stadt Perus, was dazu führte, dass sehr viele hellhäutige spanischstämmige „Einwanderer“ im Zentrum lebten und dieses sogar für sich allein beanspruchten. Ein fahler Beigeschmack …

Mitten in der weißen Stadt gibt es eine kleine, bunte „Stadt in der Stadt“. Das Kloster Santa Catalina nimmt einen ganzen Block ein (20.000 m²), wird von einer hohen Mauer umgeben und – sobald man durch das Tor tritt – hat man das Gefühl in einer anderen Welt gelandet zu sein. Früher lebten 150 Nonnen (aus reichen spanischen Familien) und 300 Bedienstete im Kloster, heute sind es nur noch 20 Nonnen.

Nachdem Roman den 6057 m hohen Chachani drei Tage lang von unten bewundert hat, wagt er den zweitägigen Aufstieg! Mit einer geführten Tour geht’s das erste Mal auf über 6000 Meter! YEAH! Das Fazit: Sch*** anstrengend und sch*** kalt!

Bekannt ist die Stadt auch für ihr köstliches Essen, das man am Besten in den klassischen „Picanterias“ oder am lokalen Markt genießt. Eines unserer Highlights ist definitiv der Klassiker „Rocoto relleno“ (gefüllter Paprika mit Kartoffelauflauf), aber wir probieren auch Spezialitäten wie „Chupa de Camarones“ (Shrimpssuppe) und „Cuy“ (Meerschweinchen). Dazu machen wir sogar extra einen Ausflug in einen höhergelegenen Stadtteil (abseits der Touristenströme), um die Köstlichkeiten gemeinsam mit etlichen Einheimischen in der bekannten Picanteria „La Capitana“ genießen zu können.

Was für eine schöne Stadt! Aber wir vermissen den Bus und können die 15h Fahrt nach Cusco kaum erwarten 😉

 

10.09.2019 – 16.09.2019

8 thoughts to “Arequipa – The White City”

  1. Hi! Ihr seid echt wilde Abenteurer!! 6000er ohne Sauerstoff besteigen und Meerschweinchen essen und im Bus übernachten!! Pfui ;))) Das könnte ich nicht 🙂
    Ich habe mich schon gewundert, dass es Roman so lange ohne Bergbesteigung aushält, aber das war ja jetzt extrem!!! Die Lamas sind echt putzig! Wie wär`s mit einem Bauernhof und Lamas in Tirol??? – kleiner Scherz :)))
    Die Fotos und Farben sind wunder- wunderschön!!!! Vielen Dank für den Bericht und diese Bilder…
    Bu mu
    P.S.: Bei uns liegt auch manchmal schon Schnee auf den Bergen.

    1. Wir haben schon darüber nachgedacht: Wenn, dann Alpaka Farm. Alpakas sind viiieeel süßer und handlicher. Aus der Wolle kann man sauteure Pullis und Mützen herstellen und das Fleisch ist richtig lecker 😉

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